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Nexo, die internationale Plattform für Vermögenswerte und Kryptowährungen hat Anfang des Jahres eine Studie mit 1000 Personen erstellt. Ich finde diese Studie sehr interessant, daher hier eine Zusammenfassung, was diese Studie beinhaltet.

Der 54-seitige Report untersucht, wie vermögende Anleger Kryptowährungen heute tatsächlich in ihre Vermögensplanung integrieren.

Die zentrale These lautet:

Der Kryptomarkt befindet sich in einer Übergangsphase – weg vom reinen Besitz und der Spekulation, hin zu einer dauerhaften Integration digitaler Assets in den persönlichen Vermögensaufbau.

Nexo vergleicht diese Entwicklung mit Aktien: Auch Aktien wurden erst durch passende Infrastruktur, Verwahrung, Regulierung, Altersvorsorge und Beratung von einem spekulativen Nischenprodukt zu einem normalen Bestandteil des Vermögensaufbaus.

1. Die wichtigste Erkenntnis: Krypto ist angekommen – aber noch nicht vollständig integriert

Für die Studie wurden Anfang 2026 insgesamt 1.000 vermögende, aktive Anleger in den USA, Großbritannien und Argentinien befragt. Hinzu kamen 377 besonders kryptoaktive Anleger, überwiegend Nexo-Kunden. Wichtig: Die Ergebnisse repräsentieren nicht die Gesamtbevölkerung, sondern finanziell aktive und vergleichsweise vermögende Investoren.

Bemerkenswert sind die Zahlen: 66,7 % der Befragten besitzen laut der im Report verwendeten Allokationsmessung Kryptowährungen. 19,2 % erwarten sogar, dass Krypto in den kommenden zehn Jahren der wichtigste Treiber ihres persönlichen Vermögens sein wird – vor Gehalt (17,3 %), Aktien (16 %) und Immobilien (11,8 %).

Doch genau hier macht Nexo eine wichtige Unterscheidung:

Krypto besitzen ist nicht dasselbe wie mit Krypto langfristig Vermögen aufzubauen.

Viele Anleger besitzen zwar digitale Assets, halten aber relativ kleine Positionen, verfolgen vergleichsweise kurze Anlagehorizonte und haben Krypto noch nicht systematisch in Altersvorsorge und langfristige Finanzplanung integriert.

2. Der Crypto Integration Index

Um diese Differenz messbar zu machen, entwickelt Nexo den Crypto Integration Index (CII). Er reicht von 1 bis 10 und bewertet fünf Faktoren: Höhe der Krypto-Allokation, Haltedauer, Einbindung in die Altersvorsorge, Verdrängung traditioneller Anlagen durch Krypto sowie die subjektive Risikowahrnehmung.

Der durchschnittliche CII beträgt lediglich 4,83 von 10. Damit befindet sich der typische Anleger ungefähr in der Mitte zwischen erstem Einstieg und vollständiger Integration. Die USA erreichen 5,07, Großbritannien 4,75 und Argentinien 4,62. Selbst die besonders kryptoaffine Vergleichsgruppe erreicht durchschnittlich nur 5,63.

Der Report unterteilt Anleger in fünf Entwicklungsstufen: Pre-entry, Watcher, Convert, Conviction Investor und Structurally Integrated. Nur 4,7 % aller Befragten gehören zur letzten Gruppe, während Watcher und Converts zusammen 42,6 % ausmachen. Genau diese große Mittelgruppe sieht Nexo als entscheidend für die nächste Entwicklungsphase.

3. Interessant: Volatilität ist nicht mehr das Hauptproblem

Eine der spannendsten Aussagen betrifft das Risiko. Zwar wird Volatilität weiterhin häufig als Problem genannt, doch statistisch erklärt die Risikowahrnehmung nur 13,6 % der Unterschiede beim CII. Wesentlich wichtiger sind die Verdrängung klassischer Assets durch Krypto (30,6 %), die Integration in die Altersvorsorge (23,6 %) und die Größe der Krypto-Allokation (22,8 %).

Mit zunehmender Krypto-Allokation nimmt zudem die wahrgenommene Gefahr ab: Unter Anlegern mit weniger als 10 % Kryptoanteil bewerten 78 % Krypto als riskanter als traditionelle Anlagen; bei einer Allokation von 25–49 % sind es nur noch 58 %.

4. Bitcoin entwickelt sich zum digitalen Wertspeicher

Nexo sieht Bitcoin zunehmend als Store of Value. Dafür nennt der Report drei Faktoren: Knappheit, historische Preisentwicklung und institutionelle Akzeptanz.

Mehr als 95 % aller jemals existierenden Bitcoin seien bereits geschürft. Nach dem Halving 2024 liege das jährliche Angebotswachstum bei etwa 0,85 % und damit unter dem geschätzten jährlichen Gold-Angebotswachstum von 1,5–2 %.

Hinzu kommen laut Report rund 58 Milliarden Dollar Nettozuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs, etwa 1,2 Millionen BTC in Unternehmensbilanzen und eine zunehmende institutionelle Akzeptanz. Gleichzeitig betont Nexo ausdrücklich, dass vergangene Renditen keine zukünftigen Ergebnisse garantieren.

5. Ethereum, Tokenisierung und Stablecoins bilden die Finanzinfrastruktur

Während Bitcoin im Report primär als knappes monetäres Gut betrachtet wird, erhält Ethereum eine andere Rolle: programmierbare Finanzinfrastruktur.

Smart Contracts ermöglichen Kreditvergabe, Handel, Stablecoin-Abwicklung und die Tokenisierung realer Vermögenswerte. Allein das Stablecoin-Transaktionsvolumen auf Ethereum habe 2025 rund 11,8 Billionen Dollar erreicht – 89 % mehr als im Vorjahr.

Besonders stark wächst die Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA). Der Wert tokenisierter RWAs auf öffentlichen Blockchains überschritt laut Report Anfang April 2026 28 Milliarden Dollar, ein Plus von rund 400 % innerhalb von 15 Monaten. Ethereum hält davon ungefähr 57–60 %. Auch physisches Gold wird über PAXG und XAUT zunehmend tokenisiert.

Noch bedeutender bewertet Nexo allerdings Stablecoins. 2025 sollen diese bereits rund 28 Billionen Dollar an bereinigtem Transaktionsvolumen verarbeitet haben. Die Marktkapitalisierung lag Anfang 2026 bei etwa 317,9 Milliarden Dollar; USDT und USDC stellen zusammen über 90 % des Marktes.

Damit entsteht nach Ansicht der Autoren schrittweise eine Verbindung zwischen klassischem Finanzsystem und Blockchain.

6. Das makroökonomische Umfeld begünstigt knappe digitale Assets

Der Report verbindet diese Entwicklung mit Inflation, hoher Staatsverschuldung, geopolitischer Fragmentierung und zunehmenden Handelskonflikten. Der IMF erwartet laut den im Report verwendeten Daten, dass die weltweite Staatsverschuldung bis Ende des Jahrzehnts 100 % des globalen BIP erreichen könnte.

Nexo argumentiert deshalb, dass Vermögenswerte ohne staatlichen Emittenten oder mit begrenztem Angebot attraktiver werden könnten. Bitcoin wird hier ausdrücklich in eine ähnliche makroökonomische Argumentationslinie wie Gold gestellt.

7. Drei mögliche Szenarien bis 2031

Der Report entwirft keine Prognose, sondern drei Szenarien. Im langsamen Szenario bleibt die tiefe Krypto-Integration eine Nische. Im Basisszenario steigt der Anteil der „Conviction Investors“ von 18,9 auf 24 % und der vollständig Integrierten von 4,7 auf 7 %. Im schnellen Szenario könnten 27 % Conviction Investors und weitere 11 % vollständig integriert sein. Damit würden 38 % der vermögenden Anleger Krypto zu einem zentralen Bestandteil ihres Vermögens machen.

Entscheidend dafür seien Regulierung, Altersvorsorgeprodukte, steuerliche Rahmenbedingungen, bessere Verwahrung, einfacherer Zugang und generell eine Infrastruktur, mit der Anleger Krypto nicht nur kaufen, sondern halten, einsetzen, beleihen und langfristig in ihre Vermögensplanung integrieren können.

Mein Gesamtfazit zum Report

Die vielleicht wichtigste Botschaft lautet nicht „Bitcoin wird steigen“, sondern:

Die nächste Entwicklungsphase von Krypto könnte weniger durch neue Käufer als durch die tiefere finanzielle Nutzung bereits vorhandener Bestände geprägt werden.

Bitcoin entwickelt sich in dieser Darstellung zunehmend zum knappen Wertspeicher, Ethereum zur programmierbaren Finanzinfrastruktur und Stablecoins zur Verbindung zwischen Fiatgeld und Blockchain. Tokenisierte Aktien, Anleihen, Fonds, Immobilien und Gold könnten diese beiden Welten zusätzlich verschmelzen.

Genau deshalb ist der Report so interessant: Er verschiebt die Diskussion von „Soll ich Bitcoin kaufen?“ hin zu „Wie kann Bitcoin bzw. digitales Vermögen Bestandteil einer langfristigen Vermögensstrategie werden?“

Allerdings sollte man die Ergebnisse nicht unkritisch übernehmen. Nexo weist selbst darauf hin, dass es sich um nicht unabhängige Forschung handelt und das Unternehmen ein kommerzielles Interesse an wachsender Krypto-Adoption und der Nutzung eigener Produkte besitzt. Außerdem handelt es sich bei der Stichprobe ausdrücklich nicht um die Gesamtbevölkerung.

Gerade diese Einschränkung ist wichtig: Der Report liefert starke Hinweise darauf, wohin sich vermögende, digital affine Anleger bewegen könnten, aber keinen Beweis dafür, dass sich die gesamte Bevölkerung oder die Märkte zwangsläufig genauso entwickeln werden.

PS: Ich kein Nutzer von Nexo, habe also dort keinen Account

Früher hatte ich mal einen Accoint bei Nexo. Aber wenn ich mir anschaue, wer dort alles mit meinen Daten herumhantiert, habe ich letzte Woche beschlossen, meinen Account bei Nexo zu kündigen.

Sonnige Grüße

Alex

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