Moin Bitcoin-Freunde,
ich weiß nicht mehr, wieso ich die Idee zu diesem Artikel hatte. Auf jeden Fall wurde diese Idee heute noch einmal verstärkt, als ich vorgestern die aktuelle Fachzeitschrift AssCompact durchblätterte.
Gefühlt ¼ aller Seiten beschäftigt sich mit der neuen staatlich geförderten Altersvorsorge. Und die Vertriebe wetzen vermutlich bereits die Messer, um nächstes Jahr über ihre Kunden herzufallen. Aber das ist ein anderes Thema, worauf ich hier gar nicht eingehen möchte.
Vorher aber ein kurzer Abriss aus meiner Vergangenheit, weshalb mich dieses Thema die letzten Tage wieder beschäftigte.(Sorry im Nachgang: wird doch ein bisschen länger)
In meiner aktiven Zeit von 1990-2004 war ich selbst im Vertrieb unterwegs und habe fondsgebundene Lebens- u. Rentenversicherungen an die Frau und an den Mann gebracht. Weil es mir damals so eingetrichtert wurde. Und weil man mit Altersvorsorgeprodukten, also Lebens- u. Rentenversicherungen, halt gutes Geld verdienen konnte. Damals gab es ja kaum etwas anderes.
Im Frühjahr 2005, arbeitete ich hauptberuflich für einen sog. Maklerpool. Ein Dienstleister für Versicherungsmakler und Versicherungsvertriebe. Ein Unternehmen, das alleine im letzten Jahr 250 Mio. Umsatz gemacht hat.
Ich hatte damals das Glück, dass mein Büronachbar der Direktor für geschlossene Beteiligungen war. Also für Schiffs- und Flugzeugbeteiligungen, für Private Equity und Venture-Capital-Fonds. Dieser Direktor und seine rechte Hand haben mich quasi 2 Tage lang durch die Mangel gedreht. Und mein Verständnis für das Thema Altersvorsorge wurde einmal um 180 Grad gedreht. Seitdem habe ich NIE wieder Lebens- und Rentenversicherungen, Riester und was es sonst noch gab an meine Kunden verkauft.
Rückblickend betrachtet bin ich noch nicht einmal so wirklich stolz drauf, was ich damals alles so verkauft hatte. Aber ich war jung und wusste es nicht besser.
Kleine Anekdote nebenbei: Ende der Neunziger hatte ich einen Termin bei einem Kunden in Hamburg-Othmarschen. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste: Er war damals Chefarzt in der Uniklinik in Hamburg-Eppendorf, sein direkter Nachbar der Sohn der Gründer von HIPP (der Babynahrung). Also elitäre Gesellschaft. Da saß ich nun als junger Spund in seiner pompösen Villa und versuchte, diesem gut situierten Herrn eine Fonds-LV für seine Tochter zu verkaufen. Seine Aussage (werde ich nie vergessen) war: “Junger Mann, wenn sie mir helfen können, noch ein paar zehntausend Mark vor der Steuer wegzudrücken, kommen wir ins Geschäft.” Wir kamen natürlich nicht ins Geschäft, weil ich von solchen Anlagemöglichkeiten keine Ahnung hatte.
Fakt ist damals wie heute:
Ja, jeder normal versicherungspflichtige Angestellte hat später die sog. “Rentenlücke”. Also weniger Rente als vorher Nettoeinkommen. Diese Lücke galt es damals wie heute “zu schließen”.
Das Problem damals wie heute: ein paar Mark oder Euro in eine Versicherung zu werfen, macht den Kohl nicht fett für das spätere finanzielle Risiko. Und: statistisch werden solche Lebens- und Rentenversicherungen zwischen dem 5. und 15. Laufzeitjahr eh wieder gekündigt. Weil irgendetwas im Leben dazwischen kommt und die Menschen Geld brauchen. Gerade in der heutigen Zeit!
Aber was ich aus den zwei Tagen damals im Frühjahr 2005 mitgenommen habe: Das Leben wandelt sich. Klar kann man eine Momentaufnahme machen und die spätere “Rentenlücke” einigermaßen berechnen, aber im Leben kommt alles anders als man denkt.
Also wurde mir klar, dass jeder oder zumindest die meisten Menschen zwar eine “Rentenlücke” im Alter haben, aber man diese NICHT berechnen kann (weil eben im Leben immer irgendwas dazwischen kommt).
“Und was man nicht berechnen kann, kann man auch nicht versichern” - so mein Credo
Fortan war das Thema “Private Altersvorsorge” für mich komplett gestorben. Stattdessen beschäftigte ich mich dann nur noch mit dem Thema “Privater Vermögensaufbau”.
Ich selbst hatte damals noch fondsgebundene Versicherungen, die dann aber im Zuge von Firmen- und Privatkonkurs aufgelöst werden mussten.
Nur kurz ein paar Zahlen: Alleine im Jahr 2025 wurden 3,9 Millionen (!) neue Lebens- und Rentenversicherungen mit einem Beitragsvolumen von 192,6 Milliarden Euro abgeschlossen!

Ich persönlich würde freiwillig NIEMALS solche Versicherungen mehr abschließen. Die Firma, für die ich noch tätig bin, zahlt ⅔ der Beiträge in die betriebliche Altersvorsorge. Wenn dieser Firmen-Anteil nicht wäre, hätte ich den Mist schon längst gekündigt. Jedes Jahr frage ich mich von neuem, was die zwei Versicherungsgesellschaften eigentlich mit der ganzen Kohle machen, die die Firma jeden Monat überweist??
Nachdem ich 2014 endlich aus der kaufmännischen Insolvenz raus war, habe ich aktiv angefangen, mich selbst um mein Geld zu kümmern.
Wenn ich heute fast täglich mit unseren Geschäftspartnern telefoniere, dann stelle ich jeden Tag aufs neue fest: Es gibt viel zu wenig finanzielle Bildung hier im Land. Der Großteil der Menschen verlässt sich nach wie vor auf die Aussagen der Mainstream-Presse und auf ihre Vertreter/Makler etc.
Für mich hat “Private Altersvorsorge” NICHTS mit Versicherungen zu tun! Sondern ausschließlich mit cleveren “Vermögensaufbau”. Und der Blumenstrauß an Möglichkeiten ist in der heutigen Zeit einfach nur riesig! Man verliert glatt den Überblick.
Ich selbst habe Jahre gebraucht, um herauszufinden, welche Branchen und Themen mich wirklich interessieren. So habe ich z.B. irgendwann festgestellt, dass ich mit Immobilien und Private Equity und Venture Capital null anfangen kann.
Dadurch, dass ich mich seit ca. 8 Jahren intensiv mit dem Geldsystem beschäftige, kamen die Ideen für den Vermögensaufbau von ganz alleine auf mich zu. Deshalb bin ich u.a. so stark in Krypto und Gold investiert.

Aber das ist MEIN Weg. Jeder hat einen anderen Weg, den er gehen muss. Jeder muss selbst für sich herausfinden, was ihn interessiert und seinen eigenen finanziellen Weg gehen.
Und da liegt das Problem: Die Menschen haben überhaupt keine Ahnung von Geld. Weil man es uns (auch mir nicht) nicht beigebracht hat. Weder in der Schule noch von unseren Eltern. Mein Vater war ein normaler Postbeamter und wie es früher so war “über Geld spricht man nicht”. Das ist heute leider immer noch so. Doch wir müssen über Geld sprechen! Nicht nur mit unserem Partner, sondern auch mit unseren Kindern, Freunden, Bekannten etc.
Die Menschen geben heute immer noch die Verantwortung für ihr Geld am Bankschalter ab. Warum frage ich mich? Ist es die Unkenntnis? Ist es die Faulheit, sich mit dem Thema zu beschäftigen? Die Angst, Fehler zu machen und Geld zu verlieren? Das gehört (leider) auch dazu.
Noch eine Anekdote aus einem gestrigen Telefonat: Kundin möchte 10.000 € für 6 Monate anlegen, bis der Kaufpreis für die Immobilie fällig wird. Telefonat mit dem Makler und der Kundin über Lautsprecher: welche Bank mit welchem Tagesgeldkonto, kannst du, Alex hier empfehlen? Ehrlich? Gar nichts: Selbst wenn sie 3% aufs Tagesgeld p.a. bekommen und für 6 Monate anlegen, dann bekommen Sie gerade mal 15 € Zinsen. Die müssen Sie im Zweifel noch besteuern, und in 6 Monaten hat die Inflation sowieso alles aufgefressen. Lassen Sie das Geld einfach auf dem Konto liegen!
Zurück zum Thema: Altersvorsorge Versicherung oder Vermögensaufbau?
Ich bin 57 und die Summe auf meinem Rentenbescheid ist eher ein Trauerspiel. Weil ich viele Jahre selbständig (eigene Firma mit mehreren Angestellten) war und in Konkurs gegangen bin. Alles weg. Und heute: Altersvorsorge? No way! Vermögensaufbau ist das Stichwort. Alternative Investments. Struktur aufbauen im Vermögensaufbau. Struktur im internationalen Setup.
Für mich ist klar: Private Altersvorsorge hat nichts mit Versicherungen zu tun, sondern mit Vermögensaufbau, um ordentlichen Cashflow zu generieren. Aber das wirst du natürlich niemals aus dem Munde eine Versicherungsverkäufers hören!
Wie stehst du zu dem Thema? Schreibe mir deine Kommentare und lass uns eine Diskussion entfachen!
Nur wer sich selbst um sein Geld kümmert und bereit ist, dafür auch Verantwortung zu übernehmen, ist sein bester Berater!
Schönes Wochenende
Alex
